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Hier streut ihr und hier die Stadtreinigung

Schnee in Hamburg

Hamburg, 12.02.2018
Schnee schippen

Mann schippt Schnee vor der Haustür.

Und der Schnee stattet wieder einmal seinen Besuch ab! Aber wer ist für ihn verantwortlich, das heißt, wer muss wo und wann streuen?

Und er ist wieder da, der winterlich kalte Begleiter: Schnee in Hamburg! Die ersten Pechvögel landeten bereits unsanft auf dem Hinterteil, der Coffee to Go versickerte währenddessen im Asphalt. In den nächsten Tagen kann es wieder zu weißen Straßen kommen, zum Glück bleibt der Schnee oft nicht lange liegen und das Problem löst sich damit von selbst. Falls aber doch, heißt es wieder mal: Ran an die Schippen und Salzsäcke. Aber halt: Wann muss ich eigentlich überhaupt schippen? Und wo? Und was passiert, wenn sich jemand vor meiner Haustür verletzt aufgrund der Glätte? Wir haben für euch eine kleine Übersicht zu dem Thema erstellt.

Hier muss die Stadtreinigung ran

 

Die Stadtreinigung Hamburg mit bis zu 350 Einsatzfahrzeugen ist neben dem Winterdienst auf Fahrbahnen auch für den Winterdienst auf besonders gefährlichen Stellen verkehrswichtiger Gehwegstrecken zuständig, an denen keine Anlieger verantwortlich sind.
Das können beispielsweise sein:

- Bushaltestellen  

- Gehwegverbindungen zu Haltestellen der  

- Öffentlichen Verkehrsmittel  

- wichtige ausgewählte Wege z. B. an und in Grünanlagen  

- an land- oder forstwirtschaftlichen Flächen  

- Gehwege auf Brücken  

- Radwege (auf einem ausgewählten Netz)

Nicht planmäßig verantwortlich ist die Stadtreinigung für Wohn- und Nebenstraßen

Hier müsst ihr eurer Winterdienst-Pflicht nachkommen

 

- Räumen und streuen in der für den Fußgängerverkehr erforderlichen Breite von mindestens 1,20 Meter, Treppen sind in voller Breite zu räumen und streuen.  

- Verwendet abstumpfende Streumittel wie z. B. Sand oder Splitt. Salz darf auf den Gehwegen nicht verwendet werden, auch Holzspäne sind kein geeignetes Streumittel

- Entfernt Eisbildungen auf dem Gehweg, soweit sich diese nicht ausreichend durch Streuen abstumpfen lassen.  

- Häuft den Schnee auf dem Außenrand der Wege oder außerhalb der Treppen so an, dass der Verkehr nicht behindert wird. Dabei müssen Sie Fußgängerüberwege, Radwege, Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel sowie Flächen für Abfallbehälter und Sperrmüll am Abfuhrtag in dem erforderlichen Umfang freihalten.  

- Damit das Schmelzwasser abfließen kann, befreit bitte die Straßenrinnen und Gullys spätestens bei Eintritt von Tauwetter von Schnee und Eis.

- Kann z. B. aus gesundheitlichen Gründen die Winterdienst-Pflicht nicht wahrgenommen werden, muss eine andere geeignete Person (oder Firma) beauftragt 

Wann müsst ihr eurer Winterdienst-Pflicht nachkommen?

 

- Haus- und Grundeigentümer sind für die Sicherheit auf ihren Grundstücken selbst verantwortlich

- wird das Gebäude vermietet, kann der Eigentümer die Streupflicht vertraglich auf den Vermieter übertragen (eine bloße Erwähnung in der Hausordnung reicht nicht aus!), allerdings bleibt er überwachungspflichtig, das heißt, er muss sich in regelmäßigen Abständen davon überzeugen, dass der Mieter seiner Winterdienstverpflichtung nachkommt

- werktags gilt die Streupflicht von 7-20 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 9-20 Uhr

Was geschieht im Falle eines Unfalls?

 

- im Falle eines Unfalls können Schadensersatz und Schmerzensgeld nur unter zwei Bedingungen gefordert werden: Der Streupflichtige hat nachweislich gegen seine Streupflicht verstoßen und/oder es liegt eine "allgemeine Glätte" vor, bei stellenweiser Glättebildung besteht noch keine Streupflicht

- seid ihr ein Glatteisopfer? Beweise sammeln! Macht unverzüglich Fotos von der glatten Stelle, ermittelt soweit möglich Zeugen des Unfalls und besorgt euch Wetterberichte von der Unfalluhrzeit

- wer seiner Räum- und Streupflicht nicht nachgekommen ist, muss bei einem Unfall die vollen Konsequenzen tragen:

  1. Materielle Schäden des Opfers wie Arzt- oder Krankenhauskosten

  2. Sachschäden wie zerrissene Kleidungsstücke

  3. Kosten durch einen Verdienstausfall oder Rechtsstreit

Des Weiteren muss der Verursacher mit strafrechtlichen Konsequenzen wegen fahrlässiger Körperverletzung rechnen

Welche Versicherungen können helfen?

 

- die private Haftpflichtversicherung besitzen nur 40 Prozent der Deutschen, trotz ihrer vollkommenen Abdeckung privater Schäden, darunter liegt auch das Risiko als Streupflichtiger; bei vermieteten Gebäuden ist eine Grundstückshaftpflichtversicherung nötig

- die private Unfallversicherung bietet finanziellen Schutz für den gefährdeten Fußgänger, besonders wenn keine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wurde. Sie deckt neben den Arztkosten auch mögliche Folgeschäden wie Arthrose nach einem Sturz ab

(lba)

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