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Shorttrack-Läufer fortgeschickt

Erster Doping-Fall bei Olympia

Hamburg, 13.02.2018
Kei Saito

Shorttrack-Läufer Kei Saito. 

Der japanische Shorttrack-Läufer Kei Saito hat am vierten Wettkampftag für den ersten Doping-Skandal bei Olympia 2018 gesorgt. Aber was ist Doping überhaupt?

Schon jetzt wurde der erste Doping-Skandal  bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang bekannt. Während einer Trainingskontrolle wurde bei dem japanischen Shorttrack-Läufer Kei Saito das Diuretikum Acetalozamid entdeckt, welches die Ad-Hoc-Kammer des Internationalen Sportschiedsgerichtshofes (CAS) mitteilte.

Auch die B-Probe Kei Saitos war positiv, weshalb der 22 Jahre alte Dritte der Junioren-WM 2013 vorläufig für die Wettkämpfe suspendiert wurde. Er verließ das Dorf dann aber freiwillig, mit folgender Begründung: "Jetzt dagegen anzukämpfen, würde Ärger für das gesamte Team mit sich bringen. Daher verlasse ich das Dorf und akzeptiere die provisorische Sperre" Außerdem sagt der Athlet, dass er sich nicht daran erinnern könne, verbotene Substanzen oder Nahrungsergänzungsmittel genommen zu haben. Er wüsste nicht, warum die Proben positiv ausfielen und sei sehr „überrascht und bestürz“. Zudem teilte er in einer schriftlichen Stellungnahme mit: "Ich bin überrascht und bestürzt. Das ist unerklärlich. Ich habe niemals Doping beabsichtigt. Ich habe das japanische Anti-Doping-Seminar besucht und alle Anweisungen befolgt". Am Dienstag, den 13.02.2018, war der Sportler eigentlich als Ersatzmann für die 5000-m-Staffel vorgesehen. 

Substanz steigert Lungenfunktion 

Saito betonte seine Überzeugung: "Sportler sollten nicht dopen. Ich habe auch niemals Präparate eingenommen, die ich verschleiern müsste."

Das Acetazolamid , das bei ihm vorgefunden wurde, wird normalerweise bei Höhenkrankheit und erhöhtem Augendruck verschrieben, denn es steigert die Lungenfunktion und wirkt ausschwemmend, wodurch andere verbotene Substanzen schneller den Körper verlassen können. Der Athlet versicherte: "Ich habe niemals Muskelaufbaupräparate genommen, nichts. Ich war immer vorsichtig"
Yasuo Saito , Japans Chef de Mission bestätigte, dass der Shorttracker noch am 29. Januar 2018 im Trainingslager der Heimat negativ getestet worden sei. Er fügte hinzu: "Daher haben wir derzeit keine Erklärung, wie die Substanz in seinen Körper gelangen konnte."

Was ist Doping überhaupt? 

Das Internationale Olympische Komitee ( IOC ) definiert Doping folgendermaßen: "Doping ist die beabsichtigte oder unbeabsichtigte Verwendung von Substanzen aus verbotenen Wirkstoffgruppen und die Anwendung verbotener Methoden entsprechend der aktuellen Dopingliste ."

Dopingliste

Der sogenannte Antidoping-Code wurde im Jahre 2000 von der Olympischen Bewegung verfasst:

  • Doping widerspricht den fundamentalen Prinzipien des Olympischen Sports und der medizinischen Ethik.
  • Doping ist verboten.
  • Doping ist die Verwendung von Hilfsmitteln in Form von Substanzen und Methoden, welche potentiell gesundheitsschädigend sind und/oder die körperliche Leistungsfähigkeit steigern können.
  • Doping ist aber auch das Vorhandensein einer verbotenen Substanz im Körper einer Sportlerin oder eines Sportlers oder die Bestätigung deren Verwendung oder der Verwendung einer verbotenen Methode”.

Womit wird gedopt? 

Die Athleten nutzen die unterschiedlichsten Substanzen um besser als ihre Konkurrenz zu sein. Aufputschmittel (Stimulantien) haben nämlich die Funktion, das natürliche Gefühl von Müdigkeit und Erschöpfung zu unterdrücken und den Körper dazu zu bringen, über seine Leistungsgrenze hinauszugehen.

Dabei gibt es natürlich auch einige Gefahren. Der Sportler kann sich dabei so sehr auspowern, dass der Kreislauf schlapp macht. Aber es geht noch schlimmer!  Im Extremfall kann sogar auch Tod die Folge sein. Eine längere Doping-Einnahme kann sich in Aggressionen und auch Depressionen auswirken.

Auch Narkosemittel werden eingesetzt, wenn Schmerz unterdrückt werden soll, wie zum Beispiel beim Boxen oder auch beim Schießen oder Golfen , wo Ruhe und Konzentration erforderlich sind. Bei einer zu hohen Dosierung kann es allerdings zur Atemnot kommen, was hingegen zum Tod führt.

Und auch Hormone werden zur Leistungssteigerung und zum Muskelaufbau genutzt. Anabolika, Peptidhormone, Erythropoetin und Co. gehören zur Gruppe dieser Dopingmittel. Sie machen das Blut dickflüssig und erhöhen damit das Risiko eines Herzinfarktes drastisch.

Warum dopen Sportler?

Schon früher war Doping ein Problem, denn bereits in den 1960-er Jahren wurden aus Anlass von Todesfällen im Spitzensport bestimmte Substanzen des Dopings verboten.
Profi-Athle25ten verdienen ihren Lebensunterhalt mit dem Sport, weswegen sie versuchen in ihrer Disziplin so gut wie möglich zu sein. Da erscheint die mögliche Steigerung der eigenen Leistung natürlich attraktiv. Jedoch sind oft nicht nur die Sportler verantwortlich zu machen, sondern auch Trainer, Ärzte, Sponsoren, Medien und viele anderen.