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Aufs Vorstellungsgespräch vorbereiten

Das wollen die Chefs wirklich wissen

Hamburg, 07.02.2018
Leere Stühle

Wenn wirklich Interesse besteht, bereitet sich wohl jeder auf ein Vorstellungsgespräch vor. Aber was denken die Chefs wirklich?

Ich habe schon einige Vorstellungsgespräche geführt. Klar auch selbst, um einen Job zu bekommen, aber hier bei Radio Hamburg auch, um neue Praktikanten für unser Online-Team zu gewinnen. Und fast immer haben mir gut vorbereitete junge Menschen gegenüber gesessen, die wirklich Lust darauf hatten, bei uns und mit uns zu arbeiten. 

Natürlich gab es auch den einen oder anderen Ausreißer, der gelangweilt, in die Luft starrend, stammelnd erzählte und nicht mal wusste, welche tagesaktuellen Themen wir auf der Page haben. Aber gut - die fallen eh durchs Raster. Trotzdem habe ich natürlich einen Fahrplan und wichtige Fragen, die mich umtreiben und anhand derer ich entscheide, ob jemand ein Praktikum bekommen kann oder nicht.

Natürlich sind da die fachlichen Voraussetzungen, wobei ich finde, dass gerade bei einem Praktikum auch Luft zum Üben, Ausprobieren und Scheitern sein darf und muss. Es ist immer irgendwann das erste Mal und junge Leute kommen von der Schule und wollen Erfahrungen sammeln.

Nichtsdestotrotz: kommunikativ müssen sie in unserem Job schon sein, kleine Querdenker, gute Rechtschreibung und Grammatik besitzen und wenn möglich auch schon im Ansatz eine gute Schreibe.

 

Und was denke ich sonst so, wenn jemand zum Vorstellungsgespräch vor mir sitzt?

1. Weiß der Bewerber eigentlich wirklich, was er hier machen soll, hat er sich schon vorher mit unserem Produkt beschäftigt?

2. Passt der Bewerber ins Team?

3. Bietet der Bewerber einen Mehrwert fürs Team oder für das Unternehmen? (Das können bestimmte Hobbys, Sprachen, Engagements sein)

4. Will der Bewerber wirklich aus Interesse an der Sache bei uns arbeiten oder muss er, weil es die Studienordnung etc. vorschreibt?

5. Wie aufwendig ist es, den Bewerber im Team zu integrieren? (Besonders relevant ist das bei einer angespannten Personaldecke und wenn jemand gar keine Vorkenntnisse hat und man somit den aktuellen Kollegen deutliche Mehrarbeit aufhalsen würde.)

 

Daher meine Tipps an Bewerber

1. Seid euch sicher, dass ihr bei Firma XYZ wirklich arbeiten wollt. Der Arbeitgeber investiert einiges in euch und möchte nicht enttäuscht werden.

2. Seid offensiv und weist ruhig auf Defizite hin. Das ist gerade bei einem Praktikum überhaupt nicht schlimm und beweist nur, dass Ihr euch mit dem Job befasst habt und schon sehr gut eure Stärken und Schwächen kennt.

3. Wenn ihr habt, bringt schon Arbeitsproben mit.

4. Stellt Fragen, löchert uns - es gibt keine unsinnigen Fragen.

5. Gebt euch nachdem Gespräch Bedenkzeit, schlaft eine Nacht über der Entscheidung: Will ich das Praktikum/Stelle wirklich?

6. Wenn ihr euch noch unsicher seid: übt ein Vorstellungsgespräch mit Freunden oder deren Eltern, lasst euch dabei filmen.

7. Verkleidet euch nicht! Einerseits ist damit das Outfit gemeint, mit dem ihr zum Gespräch kommt - ihr müsst euch wohlfühlen. Aber schmückt euch auch nicht mit fremden Federn oder mit ungarem Halbwissen. Das fliegt viel zu schnell auf und macht einen unseriösen Eindruck.

8. Ihr habt ein eher schlechtes Zeugnis, habt ein paar Fehltage mehr als andere: sprecht das offen an, erklärt warum. Aus dem Papier ist das meist nicht lesbar und schafft Vorurteile. In kreativen Berufen orientieren sich die Chefs meist nicht unbedingt nur an Noten, sondern an soft skills (persönliche und emotionale Kompetenz, Lernbereitschaft, Offenheit) und Talent. Man kann auch gut schreiben, obwohl man in Physik eine 5 hat ; )

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