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Cannabis-Gesetze weltweit

Wo ist der Joint legal?

Hamburg, 06.02.2018
Cannabis, Drogen

Seit 2013 Uruguay mit der Legalisierung startete, lösen nun viele Länder das Cannabis-Verbot auf. Wo dürfen Marihuana oder Haschisch tatsächlich besessen und konsumiert werden? 

Kambodscha war 1997 das letzte Land weltweit, das Cannabis verboten hatte. Es schien so als sei das Cannabisverbot nun fest verankert. Doch seit 2013 beschließen immer mehr Länder, dieses Verbot wieder aufzuheben. 

Uruguay

2013 startete Uruguay mit der Aufhebung des Verbots, indem Cannabis unter staatlicher Kontrolle legalisiert wurde. Seitdem dürfen in Uruguay Privatpersonen bis zu 6 Pflanzen anbauen, und theoretisch auch nach einer Registrierung Cannabisprodukte in Apotheken kaufen, allerdings nur bis zu 40 Gramm. Außerdem können sich bis zu 45 Kleinproduzenten in Clubs zusammenschließen, die maximal 99 Pflanzen ziehen dürfen. Die Voraussetzung ist der Eintrag in ein Register.

Für Minderjährige bleiben Cannabis-Substanzen verboten. Und: Wer ohne staatliche Erlaubnis anpflanzt, kann mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft werden.

USA

Die USA erlebte ebenfalls eine „Grüne Revolution“ und ist ein Vorreiter der Legalisierung geworden. Dort entscheiden die einzelnen Bundesstaaten über den Verkauf und Konsum von Cannabis.

In den US-Bundesstaaten Colorado und Washington ist Cannabis legal, in Colorado seit 2014 mit reguliertem Verkauf und legalem Eigenanbau von bis zu 6 Pflanzen. Im Bundesstaat Washington ist der Kauf von bis zu einer Unze (ca 28 Gramm) Cannabis sowie der Verkauf mit Lizenz erlaubt. Der Eigenanbau bleibt hier jedoch vorerst verboten. In sieben weiteren US-Staaten ist Marihuana vollständig legalisiert, in 30 Staaten kann es für medizinische Zwecke erworben werden.

Auch die Bundesstaaten Alaska und Oregon haben beispielsweise Anfang 2014 ähnliche Gesetze beschlossen. In der Landeshauptstadt Washington D.C. gibt es zwar keinen legalen Handel, aber bis zu 6 Pflanzen dürfen legal angebaut und bis zu einer Unze Cannabis besessen oder sogar verschenkt werden.

Niederlande

Unser Nachbarland gilt als DER Kiffer-Hotspot.
Trotzdem bleibt eins nicht zu vergessen: In den Niederlanden wird Cannabis seit 1976 toleriert, es ist jedoch nicht richtig legal . In den sogenannten Coffeeshops dürfen bis zu 500 Gramm Cannabis aufbewahrt und bis zu 5 Gramm pro Kunde verkauft werden. Es darf jedoch keine Werbung gemacht werden und zudem dürfen Minderjährige die Coffeshops nicht betreten.

Die gesamte Produktion und der Großhandel sind aber illegal, sodass eine sehr spezielle Problematik entstand. Dadurch gibt es auch keinerlei staatliche Kontrolle über die genutzten Anbaumethoden und dadurch keinerlei Verbraucherschutz.

Tschechien

Tschechiens Hauptstadt Prag gilt seit Jahren als „Amsterdam des Ostens“. 2010 wurde durch ein Gesetz allen Erwachsenen der Besitz gewisser Mengen zum „Eigenbedarf“ erlaubt. Legal sind seitdem: 15 Gramm Marihuana, 1 Gramm Kokain, 1,5 Gramm Heroin, 4 Ecstasy-Pillen, 5 Einheiten LSD und 2 Gramm Amphetamine.

Diese großen Mengen haben allerdings zum Schmuggel an angrenzenden Bundesländern wie Sachsen, Bayern oder Österreich geführt.
Jeder darf außerdem bis zu 5 Cannabis-Pflanzen anbauen. Auf dem Papier ist der Handel hingegen weiter illegal - es sei denn es handelt sich um eine “Medizinische Anwendung“ auf Rezept.

Thailand

In Thailand wie auch in vielen anderen Ländern Südostasiens ist die Gesetzgebung hingegen deutlich strenger .

Für Urlauber heißt es: Vorsicht! Drogenbesitz wird hier streng geahndet. Es drohen Geld- und sogar Haftstrafen, zusätzlich erfolgt in der Regel die Ausweisung auf Lebenszeit.

Frankreich

Hier heißt es: Strenge Gesetze, wenig Strafverfolgung. In Frankreich wird Cannabis und Haschisch so behandelt wie bei uns harte Drogen. Es drohen 40.000 Euro Geldstrafe und sogar Gefängnis ! Seit 1970 macht sich sogar strafbar, wer auch nur das Blatt einer Cannabis-Pflanze auf seiner Kleidung trägt. Dieses Gesetz gilt allerdings nur auf dem Papier. In der Realität sieht alles anders aus und auch der Konsum wird geduldet. Es gibt nun sogar einige „Cannabis Social Clubs“, nach Vorbild holländischer Coffeshops. Diese Duldung ist allerdings politisch sehr umstritten und einige Behörden legten sogar formellen Einspruch ein.

Deutschland

Bei uns in Deutschland gilt grundsätzlich: Der Besitz , Anbau oder die Weitergabe von Betäubungsmitteln ist verboten und stellt eine Straftat dar! Wer dagegen verstößt riskiert eine Geldstrafe oder bis zu fünf Jahre Gefängnis. Dazu gehört auch der Anbau von Cannabis und der Besitz oder Konsum von Marihuana und Haschisch.
Zurzeit wird aber über die Legalisierung von Cannabis heiß diskutiert.

Dazu nahm der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) nun Stellung. Dieser lehnt ein generelles Ende des Cannabis-Verbots entschieden ab . Er setze sich per Beschluss des Bundesvorstands zwar für eine Entkriminalisierung auf der Konsumentenseite ein, stehe aber nach wie vor für eine repressiv ausgerichtete Drogenpolitik in Bezug auf das Handeltreiben. Sie seien davon überzeugt, dass noch längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, um die Drogenkriminalität und den –konsum zurückzudrängen, zumal diese immerzu auch abhängig seien von den allzu begrenzten Mitteln der Strafverfolgungsbehörden. Die Erfolge gegen das Rauchen und „Komasaufen“ würden hingegen zeigen, dass vor allem Maßnahmen im Bereich der Prävention noch viel mehr zum Erreichen des Ziels beitragen können. Aus der Sicht der BDK ist ein bereits gesellschaftliches Engagement zur Eindämmung der Drogenproblematik gefordert. Die bisherigen Bemühungen sollten daher ausgebaut werden.